KULISSEN IM KOPFÜBER DAS UNHEIMLICHE IN DER FOTOGRAFIE--------------------------------------------------------------------------- Artikel für das Kunstmagazin Berlin 2009 [...] An der Schnittstelle zwischen physischer Wahrnehmung und ästhetischer Formsprache, als Anderes im Eigenen, als Fremdes im Vertrauten zeigt sich das Unheimliche. Als ein Produkt der Fantasie angesehen, bietet es Aufschluss über etwas, das der Betrachter erahnen kann, das ihm gleichzeitig jedoch fast immer verborgen bleibt. Die Fotografie stellt in diesem Zusammenhang eine Art Schlüs-selreiz dar, der ureigene menschliche Ängste beim Rezipienten auslösen kann. Der Betrachter erblickt, was ihm längst eigen ist, jedoch ist er nicht in der Lage, zu verstehen, wodurch er sieht. Von Mike Kelley als ?körperliche Sinnes-wahrnehmung?(1) beschrieben, gibt sich im Schreckensmoment der Gefahr zu erkennen, was in belanglosen Situationen von den meisten Menschen nicht mit Angst in Verbindung gebracht wird ? das Unheimliche. [...]

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--------------------------------------------------------------------------- CHRISTOPH MERIAN VERLAGCOVER VERLAGSKATALOG 2009--------------------------------------------------------------------------- ?> Download Katalog (PDF 1,5 MB)

--------------------------------------------------------------------------- FOTOGRAFISCHE ARBEITENÜBER DAS "REALITÄTSPRINZIP" VON KATJA GLÄSS

---------------------------------------------------------------------------- Prof. Dr. Anna Zika, 2008 [...] "Mit der Möglichkeit des Realismus steht und fällt die klassische Bild-theorie, nach der ein Bild machen primär und eigentlich etwas abbilden heißt." (Gernot Böhme) In einem seiner Aufsätze, die er unter dem Versuch versammelt, eine ?Theorie des Bildes? zu erstellen, fragt der Philosoph Gernot Böhme: Ist ein Foto re- alistisch? Am ehesten lässt sich die Frage wohl beantworten, wenn man die Vokabel realistisch ersetzt durch Synonyme wie wahrscheinlich oder plausibel. Ohne eigentlich und letztgültig zu klären, ?was denn überhaupt die Realität sei?, wird der Bezug zu ebenjener ?Realität? zum Kriterium für die Bewertung eines (fotografischen) Bildes als ?realistisch?. Böhme verwendet erläuternd ? im Rückgriff auf E. Gombrich ? den Begriff der ?Wirklichkeitstreue?. Als ?Wirklichkeit? erfahren wir ? wörtlich verstanden ? das, was auf uns wirkt. Als ?Wirkung? können wir unmittelbar etwa das Auslösen von Freude, Furcht, Wut, Trauer, Beklemmung oder Verliebtheit etc. betrachten, Empfindungen also, die sich als biochemische Prozesse resp. hormonelle Veränderungen in unseren Körpern messen lassen. Mittelbar wirkt sich die ?Wirklichkeit? auf unser Ver- halten und unsere Einstellungen aus. Möglicherweise lässt das den Umkehrschluss zu, dass ?wirklich? ist, was uns freut, ängstigt, wütend oder traurig macht bzw. worauf wir denkend und/oder handelnd re(!)agieren ? und zwar letzten Endes unabhängig davon, ob das, was auf uns wirkt, ?real existiert? oder nur auf einer ?Inszenierung? oder gar Sinnestäuschung beruht. Denn mit Heinz von Foerster ?nimmt man für wahr [, was man wahr-nimmt]. Es gibt ja kein Falsch- nehmen.? [...]

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---------------------------------------------------------------------------- UNCANNYDIE VERGESSENE SEITE DES ALLTÄGLICHEN

---------------------------------------------------------------------------- Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Wesen des Unheimlichen in der Fotografie im Kontext ästhtischer Wahrnehmung [...] Nach André Malraux ist die Fotografie eine isolierte Wirklichkeit. Der Film bietet die Möglichkeit, fotografische Realitäten solcher Art in Bewegung zubringen, dass daraus ein Geflecht von Beziehungen entstehen kann ? ein Geschichte. Durch Filmtechniken wie Verlangsamung oder die Be- arbeitung des Trägermaterials bewegen sich sowohl David Lynchs als auch Markus Schinwalds Filme auf die Fotografie zu. Das heißt, ihre Filme sind wie die Fotografie in der Lage, eine isolierte Wirklichkeit zu schaffen, die fernab der Handlung im Betrachter eine Welt eröffnet, die nicht abbildbar ist. Lynchs und Schinwalds Einzelbilder sind aufgebaut wie eine Fotografie. Sie können als Einzelbilder stehen und auf sich selbst Bezug nehmen oder auf andere Dinge verweisen. Sie sind von der Handlung gewissermaßen unabhängig, ihr nicht unterworfen. Die Zusammenfassung der einzelnen Bilder zu einem Film zeigt deshalb noch viel stärker eine von sich selbst entrückte Realität. [...]

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www.institut-buchgestaltung.de

---------------------------------------------------------------------------- JÜDISCHESFOTOGRAFISCHE BETRACHTUNGEN DER GEGENWART IN DEUTSCHLAND--------------------------------------------------------------------------- [...] Im Zentrum des Projektes »jüdisches« stehen Fotografien über das Leben von Juden im Deutschland der Gegenwart. Jüdische Identität kommt dabei auf sehr un-terschiedliche Weise zum Ausdruck. Porträtiert sind jüdische Lebensweisen und Personen innerhalb ihrer jeweiligen Handlungsorte, ein facettenreichen Panorama, auf dessen einzelne Aspekte sich die fotografischen Betrachtungen konzentrieren. Die Darstellung insgesamt wirkt auf diese Weise unabgeschlossen und heterogen - entsprechend der besonderen Situation des Judentums: Juden leben hier und an-dernorts in der Diaspora, in einer, so die ursprüngliche Bedeutung des griech- ischen Wortes, »Zerstreuung«. [...] --------------------------------------------------------------------------- www.juedisches.net

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