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---------------------------------------------------------------------------- Prof. Dr. Anna Zika, 2008 [...] "Mit der Möglichkeit des Realismus steht und fällt die klassische Bild-theorie, nach der ein Bild machen primär und eigentlich etwas abbilden heißt." (Gernot Böhme) In einem seiner Aufsätze, die er unter dem Versuch versammelt, eine ?Theorie des Bildes? zu erstellen, fragt der Philosoph Gernot Böhme: Ist ein Foto re- alistisch? Am ehesten lässt sich die Frage wohl beantworten, wenn man die Vokabel realistisch ersetzt durch Synonyme wie wahrscheinlich oder plausibel. Ohne eigentlich und letztgültig zu klären, ?was denn überhaupt die Realität sei?, wird der Bezug zu ebenjener ?Realität? zum Kriterium für die Bewertung eines (fotografischen) Bildes als ?realistisch?. Böhme verwendet erläuternd ? im Rückgriff auf E. Gombrich ? den Begriff der ?Wirklichkeitstreue?. Als ?Wirklichkeit? erfahren wir ? wörtlich verstanden ? das, was auf uns wirkt. Als ?Wirkung? können wir unmittelbar etwa das Auslösen von Freude, Furcht, Wut, Trauer, Beklemmung oder Verliebtheit etc. betrachten, Empfindungen also, die sich als biochemische Prozesse resp. hormonelle Veränderungen in unseren Körpern messen lassen. Mittelbar wirkt sich die ?Wirklichkeit? auf unser Ver- halten und unsere Einstellungen aus. Möglicherweise lässt das den Umkehrschluss zu, dass ?wirklich? ist, was uns freut, ängstigt, wütend oder traurig macht bzw. worauf wir denkend und/oder handelnd re(!)agieren ? und zwar letzten Endes unabhängig davon, ob das, was auf uns wirkt, ?real existiert? oder nur auf einer ?Inszenierung? oder gar Sinnestäuschung beruht. Denn mit Heinz von Foerster ?nimmt man für wahr [, was man wahr-nimmt]. Es gibt ja kein Falsch- nehmen.? [...]
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---------------------------------------------------------------------------- Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Wesen des Unheimlichen in der Fotografie im Kontext ästhtischer Wahrnehmung [...] Nach André Malraux ist die Fotografie eine isolierte Wirklichkeit. Der Film bietet die Möglichkeit, fotografische Realitäten solcher Art in Bewegung zubringen, dass daraus ein Geflecht von Beziehungen entstehen kann ? ein Geschichte. Durch Filmtechniken wie Verlangsamung oder die Be- arbeitung des Trägermaterials bewegen sich sowohl David Lynchs als auch Markus Schinwalds Filme auf die Fotografie zu. Das heißt, ihre Filme sind wie die Fotografie in der Lage, eine isolierte Wirklichkeit zu schaffen, die fernab der Handlung im Betrachter eine Welt eröffnet, die nicht abbildbar ist. Lynchs und Schinwalds Einzelbilder sind aufgebaut wie eine Fotografie. Sie können als Einzelbilder stehen und auf sich selbst Bezug nehmen oder auf andere Dinge verweisen. Sie sind von der Handlung gewissermaßen unabhängig, ihr nicht unterworfen. Die Zusammenfassung der einzelnen Bilder zu einem Film zeigt deshalb noch viel stärker eine von sich selbst entrückte Realität. [...]
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