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REALITÄTSPRINZIP -------------------------------------------------------------------------- "Diese Empfindungen scheinen mit so genannten Erfahrungen außerhalb des Körpers in Verbindung zu stehen, die ein so starkes Körpergefühl erzeugen, dass man das Gefühl hat, sich von außen seiner Selbst zu beobachten. All diese Empfindungen werden durch einen Gegenstand hervorgerufen, einen toten Gegenstand, der ein Eigenleben hat, ein Leben, das gewissermaßen von einem selbst abhängig ist und das auf intime Weise, aber zugleich unergründlich mit dem eigenen Leben verbunden ist." (1) Nach André Malraux ist die Fotografie eine isolierte Wirklichkeit.(2) Wir vertrauen darauf, dass die Welt so ist, wie wir sie wahrnehmen. Die Erkennt- nis, dass sich im Bereich dessen, was man sehen kann, etwas Unsichtbares erfahren lässt, führt zur Irritation. Das Realitätsprinzip resultiert aus der Beschäftigung mit dem Wesen des Unheimlichen im Kontext ästhetischer Wahrnehmung. Sigmund Freud ordnet das Unheimliche nicht dem Bereich der Psy- chologie zu, sondern den Gesetzmäßigkeiten des Ästhetischen. Er charakteri- siert die Ästhetik als die Lehre von den Qualitäten unseres Fühlens.(3) Oft erweist sich etwas als unheimlich, wenn die Grenze zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen Wirklichkeit und Phantasie verwischt. Darüber hinaus erfordert die Thematik eine Formsprache, die es ermöglicht, eine Gleichzeitigkeit von Anwesenheit und Abwesenheit, dem Innen und Außen, in einem einzigen Bild festzuhalten. Fotografie muss demnach in der Lage sein, eine isolierte Wirklichkeit zu schaffen, die fernab der Handlung im Betrachter eine Welt eröffnet, die nicht abbildbar ist. Bilder können auf den Betrachter unheimlich wirken, nicht allein dadurch, "was" sie abbilden sondern "wie" sie es zeigen. Daraus resultiert die Überlegung wieviel nar- rativen Inhalt ein Bild benötigt. Was passiert, wenn man seinen Bildern ihre Geschichte verbietet? Meine Protagonisten sind keiner Handlung entsprungen. Die einzige Rolle, die sie spielen, ist die des fotografierten Augenblicks. Sie sind Imaginationen, nichts ist für sie von Belang. Sie besitzen weder eine Vergangenheit, noch eine Zukunft, sind Schauspieler ohne Bühne. Alles kann wichtig erscheinen und zugleich bedeutungslos sein. (1) Mike Kelley, Mit toten Dingen spielen, in: M. Kelley, The Uncanny, Köln, 2004, S. A-16; (2) Georg Seeßlen, David Lynch und seine Filme, Marburg, 2003, S.114; (3) Alexander Mischerlich, Sigmund Freud: Das Unheimliche, in: Psychogische Schriften, Studienausgabe Bd. IV, Frankfurt am Main, 1982, S.243





REALITÄTSPRINZIP -------------------------------------------------------------------------- "Diese Empfindungen scheinen mit so genannten Erfahrungen außerhalb des Körpers in Verbindung zu stehen, die ein so starkes Körpergefühl erzeugen, dass man das Gefühl hat, sich von außen seiner Selbst zu beobachten. All diese Empfindungen werden durch einen Gegenstand hervorgerufen, einen toten Gegenstand, der ein Eigenleben hat, ein Leben, das gewissermaßen von einem selbst abhängig ist und das auf intime Weise, aber zugleich unergründlich mit dem eigenen Leben verbunden ist." (1) Nach André Malraux ist die Fotografie eine isolierte Wirklichkeit.(2) Wir vertrauen darauf, dass die Welt so ist, wie wir sie wahrnehmen. Die Erkennt- nis, dass sich im Bereich dessen, was man sehen kann, etwas Unsichtbares erfahren lässt, führt zur Irritation. Das Realitätsprinzip resultiert aus der Beschäftigung mit dem Wesen des Unheimlichen im Kontext ästhetischer Wahrnehmung. Sigmund Freud ordnet das Unheimliche nicht dem Bereich der Psy- chologie zu, sondern den Gesetzmäßigkeiten des Ästhetischen. Er charakteri- siert die Ästhetik als die Lehre von den Qualitäten unseres Fühlens.(3) Oft erweist sich etwas als unheimlich, wenn die Grenze zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen Wirklichkeit und Phantasie verwischt. Darüber hinaus erfordert die Thematik eine Formsprache, die es ermöglicht, eine Gleichzeitigkeit von Anwesenheit und Abwesenheit, dem Innen und Außen, in einem einzigen Bild festzuhalten. Fotografie muss demnach in der Lage sein, eine isolierte Wirklichkeit zu schaffen, die fernab der Handlung im Betrachter eine Welt eröffnet, die nicht abbildbar ist. Bilder können auf den Betrachter unheimlich wirken, nicht allein dadurch, "was" sie abbilden sondern "wie" sie es zeigen. Daraus resultiert die Überlegung wieviel nar- rativen Inhalt ein Bild benötigt. Was passiert, wenn man seinen Bildern ihre Geschichte verbietet? Meine Protagonisten sind keiner Handlung entsprungen. Die einzige Rolle, die sie spielen, ist die des fotografierten Augenblicks. Sie sind Imaginationen, nichts ist für sie von Belang. Sie besitzen weder eine Vergangenheit, noch eine Zukunft, sind Schauspieler ohne Bühne. Alles kann wichtig erscheinen und zugleich bedeutungslos sein. (1) Mike Kelley, Mit toten Dingen spielen, in: M. Kelley, The Uncanny, Köln, 2004, S. A-16; (2) Georg Seeßlen, David Lynch und seine Filme, Marburg, 2003, S.114; (3) Alexander Mischerlich, Sigmund Freud: Das Unheimliche, in: Psychogische Schriften, Studienausgabe Bd. IV, Frankfurt am Main, 1982, S.243





REALITÄTSPRINZIP -------------------------------------------------------------------------- "Diese Empfindungen scheinen mit so genannten Erfahrungen außerhalb des Körpers in Verbindung zu stehen, die ein so starkes Körpergefühl erzeugen, dass man das Gefühl hat, sich von außen seiner Selbst zu beobachten. All diese Empfindungen werden durch einen Gegenstand hervorgerufen, einen toten Gegenstand, der ein Eigenleben hat, ein Leben, das gewissermaßen von einem selbst abhängig ist und das auf intime Weise, aber zugleich unergründlich mit dem eigenen Leben verbunden ist." (1) Nach André Malraux ist die Fotografie eine isolierte Wirklichkeit.(2) Wir vertrauen darauf, dass die Welt so ist, wie wir sie wahrnehmen. Die Erkennt- nis, dass sich im Bereich dessen, was man sehen kann, etwas Unsichtbares erfahren lässt, führt zur Irritation. Das Realitätsprinzip resultiert aus der Beschäftigung mit dem Wesen des Unheimlichen im Kontext ästhetischer Wahrnehmung. Sigmund Freud ordnet das Unheimliche nicht dem Bereich der Psy- chologie zu, sondern den Gesetzmäßigkeiten des Ästhetischen. Er charakteri- siert die Ästhetik als die Lehre von den Qualitäten unseres Fühlens.(3) Oft erweist sich etwas als unheimlich, wenn die Grenze zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen Wirklichkeit und Phantasie verwischt. Darüber hinaus erfordert die Thematik eine Formsprache, die es ermöglicht, eine Gleichzeitigkeit von Anwesenheit und Abwesenheit, dem Innen und Außen, in einem einzigen Bild festzuhalten. Fotografie muss demnach in der Lage sein, eine isolierte Wirklichkeit zu schaffen, die fernab der Handlung im Betrachter eine Welt eröffnet, die nicht abbildbar ist. Bilder können auf den Betrachter unheimlich wirken, nicht allein dadurch, "was" sie abbilden sondern "wie" sie es zeigen. Daraus resultiert die Überlegung wieviel nar- rativen Inhalt ein Bild benötigt. Was passiert, wenn man seinen Bildern ihre Geschichte verbietet? Meine Protagonisten sind keiner Handlung entsprungen. Die einzige Rolle, die sie spielen, ist die des fotografierten Augenblicks. Sie sind Imaginationen, nichts ist für sie von Belang. Sie besitzen weder eine Vergangenheit, noch eine Zukunft, sind Schauspieler ohne Bühne. Alles kann wichtig erscheinen und zugleich bedeutungslos sein. (1) Mike Kelley, Mit toten Dingen spielen, in: M. Kelley, The Uncanny, Köln, 2004, S. A-16; (2) Georg Seeßlen, David Lynch und seine Filme, Marburg, 2003, S.114; (3) Alexander Mischerlich, Sigmund Freud: Das Unheimliche, in: Psychogische Schriften, Studienausgabe Bd. IV, Frankfurt am Main, 1982, S.243





REALITÄTSPRINZIP -------------------------------------------------------------------------- "Diese Empfindungen scheinen mit so genannten Erfahrungen außerhalb des Körpers in Verbindung zu stehen, die ein so starkes Körpergefühl erzeugen, dass man das Gefühl hat, sich von außen seiner Selbst zu beobachten. All diese Empfindungen werden durch einen Gegenstand hervorgerufen, einen toten Gegenstand, der ein Eigenleben hat, ein Leben, das gewissermaßen von einem selbst abhängig ist und das auf intime Weise, aber zugleich unergründlich mit dem eigenen Leben verbunden ist." (1) Nach André Malraux ist die Fotografie eine isolierte Wirklichkeit.(2) Wir vertrauen darauf, dass die Welt so ist, wie wir sie wahrnehmen. Die Erkennt- nis, dass sich im Bereich dessen, was man sehen kann, etwas Unsichtbares erfahren lässt, führt zur Irritation. Das Realitätsprinzip resultiert aus der Beschäftigung mit dem Wesen des Unheimlichen im Kontext ästhetischer Wahrnehmung. Sigmund Freud ordnet das Unheimliche nicht dem Bereich der Psy- chologie zu, sondern den Gesetzmäßigkeiten des Ästhetischen. Er charakteri- siert die Ästhetik als die Lehre von den Qualitäten unseres Fühlens.(3) Oft erweist sich etwas als unheimlich, wenn die Grenze zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen Wirklichkeit und Phantasie verwischt. Darüber hinaus erfordert die Thematik eine Formsprache, die es ermöglicht, eine Gleichzeitigkeit von Anwesenheit und Abwesenheit, dem Innen und Außen, in einem einzigen Bild festzuhalten. Fotografie muss demnach in der Lage sein, eine isolierte Wirklichkeit zu schaffen, die fernab der Handlung im Betrachter eine Welt eröffnet, die nicht abbildbar ist. Bilder können auf den Betrachter unheimlich wirken, nicht allein dadurch, "was" sie abbilden sondern "wie" sie es zeigen. Daraus resultiert die Überlegung wieviel nar- rativen Inhalt ein Bild benötigt. Was passiert, wenn man seinen Bildern ihre Geschichte verbietet? Meine Protagonisten sind keiner Handlung entsprungen. Die einzige Rolle, die sie spielen, ist die des fotografierten Augenblicks. Sie sind Imaginationen, nichts ist für sie von Belang. Sie besitzen weder eine Vergangenheit, noch eine Zukunft, sind Schauspieler ohne Bühne. Alles kann wichtig erscheinen und zugleich bedeutungslos sein. (1) Mike Kelley, Mit toten Dingen spielen, in: M. Kelley, The Uncanny, Köln, 2004, S. A-16; (2) Georg Seeßlen, David Lynch und seine Filme, Marburg, 2003, S.114; (3) Alexander Mischerlich, Sigmund Freud: Das Unheimliche, in: Psychogische Schriften, Studienausgabe Bd. IV, Frankfurt am Main, 1982, S.243





REALITÄTSPRINZIP -------------------------------------------------------------------------- "Diese Empfindungen scheinen mit so genannten Erfahrungen außerhalb des Körpers in Verbindung zu stehen, die ein so starkes Körpergefühl erzeugen, dass man das Gefühl hat, sich von außen seiner Selbst zu beobachten. All diese Empfindungen werden durch einen Gegenstand hervorgerufen, einen toten Gegenstand, der ein Eigenleben hat, ein Leben, das gewissermaßen von einem selbst abhängig ist und das auf intime Weise, aber zugleich unergründlich mit dem eigenen Leben verbunden ist." (1) Nach André Malraux ist die Fotografie eine isolierte Wirklichkeit.(2) Wir vertrauen darauf, dass die Welt so ist, wie wir sie wahrnehmen. Die Erkennt- nis, dass sich im Bereich dessen, was man sehen kann, etwas Unsichtbares erfahren lässt, führt zur Irritation. Das Realitätsprinzip resultiert aus der Beschäftigung mit dem Wesen des Unheimlichen im Kontext ästhetischer Wahrnehmung. Sigmund Freud ordnet das Unheimliche nicht dem Bereich der Psy- chologie zu, sondern den Gesetzmäßigkeiten des Ästhetischen. Er charakteri- siert die Ästhetik als die Lehre von den Qualitäten unseres Fühlens.(3) Oft erweist sich etwas als unheimlich, wenn die Grenze zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen Wirklichkeit und Phantasie verwischt. Darüber hinaus erfordert die Thematik eine Formsprache, die es ermöglicht, eine Gleichzeitigkeit von Anwesenheit und Abwesenheit, dem Innen und Außen, in einem einzigen Bild festzuhalten. Fotografie muss demnach in der Lage sein, eine isolierte Wirklichkeit zu schaffen, die fernab der Handlung im Betrachter eine Welt eröffnet, die nicht abbildbar ist. Bilder können auf den Betrachter unheimlich wirken, nicht allein dadurch, "was" sie abbilden sondern "wie" sie es zeigen. Daraus resultiert die Überlegung wieviel nar- rativen Inhalt ein Bild benötigt. Was passiert, wenn man seinen Bildern ihre Geschichte verbietet? Meine Protagonisten sind keiner Handlung entsprungen. Die einzige Rolle, die sie spielen, ist die des fotografierten Augenblicks. Sie sind Imaginationen, nichts ist für sie von Belang. Sie besitzen weder eine Vergangenheit, noch eine Zukunft, sind Schauspieler ohne Bühne. Alles kann wichtig erscheinen und zugleich bedeutungslos sein. (1) Mike Kelley, Mit toten Dingen spielen, in: M. Kelley, The Uncanny, Köln, 2004, S. A-16; (2) Georg Seeßlen, David Lynch und seine Filme, Marburg, 2003, S.114; (3) Alexander Mischerlich, Sigmund Freud: Das Unheimliche, in: Psychogische Schriften, Studienausgabe Bd. IV, Frankfurt am Main, 1982, S.243





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REALITÄTSPRINZIP -------------------------------------------------------------------------- "Diese Empfindungen scheinen mit so genannten Erfahrungen außerhalb des Körpers in Verbindung zu stehen, die ein so starkes Körpergefühl erzeugen, dass man das Gefühl hat, sich von außen seiner Selbst zu beobachten. All diese Empfindungen werden durch einen Gegenstand hervorgerufen, einen toten Gegenstand, der ein Eigenleben hat, ein Leben, das gewissermaßen von einem selbst abhängig ist und das auf intime Weise, aber zugleich unergründlich mit dem eigenen Leben verbunden ist." (1) Nach André Malraux ist die Fotografie eine isolierte Wirklichkeit.(2) Wir vertrauen darauf, dass die Welt so ist, wie wir sie wahrnehmen. Die Erkennt- nis, dass sich im Bereich dessen, was man sehen kann, etwas Unsichtbares erfahren lässt, führt zur Irritation. Das Realitätsprinzip resultiert aus der Beschäftigung mit dem Wesen des Unheimlichen im Kontext ästhetischer Wahrnehmung. Sigmund Freud ordnet das Unheimliche nicht dem Bereich der Psy- chologie zu, sondern den Gesetzmäßigkeiten des Ästhetischen. Er charakteri- siert die Ästhetik als die Lehre von den Qualitäten unseres Fühlens.(3) Oft erweist sich etwas als unheimlich, wenn die Grenze zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen Wirklichkeit und Phantasie verwischt. Darüber hinaus erfordert die Thematik eine Formsprache, die es ermöglicht, eine Gleichzeitigkeit von Anwesenheit und Abwesenheit, dem Innen und Außen, in einem einzigen Bild festzuhalten. Fotografie muss demnach in der Lage sein, eine isolierte Wirklichkeit zu schaffen, die fernab der Handlung im Betrachter eine Welt eröffnet, die nicht abbildbar ist. Bilder können auf den Betrachter unheimlich wirken, nicht allein dadurch, "was" sie abbilden sondern "wie" sie es zeigen. Daraus resultiert die Überlegung wieviel nar- rativen Inhalt ein Bild benötigt. Was passiert, wenn man seinen Bildern ihre Geschichte verbietet? Meine Protagonisten sind keiner Handlung entsprungen. Die einzige Rolle, die sie spielen, ist die des fotografierten Augenblicks. Sie sind Imaginationen, nichts ist für sie von Belang. Sie besitzen weder eine Vergangenheit, noch eine Zukunft, sind Schauspieler ohne Bühne. Alles kann wichtig erscheinen und zugleich bedeutungslos sein. (1) Mike Kelley, Mit toten Dingen spielen, in: M. Kelley, The Uncanny, Köln, 2004, S. A-16; (2) Georg Seeßlen, David Lynch und seine Filme, Marburg, 2003, S.114; (3) Alexander Mischerlich, Sigmund Freud: Das Unheimliche, in: Psychogische Schriften, Studienausgabe Bd. IV, Frankfurt am Main, 1982, S.243





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REALITÄTSPRINZIP -------------------------------------------------------------------------- "Diese Empfindungen scheinen mit so genannten Erfahrungen außerhalb des Körpers in Verbindung zu stehen, die ein so starkes Körpergefühl erzeugen, dass man das Gefühl hat, sich von außen seiner Selbst zu beobachten. All diese Empfindungen werden durch einen Gegenstand hervorgerufen, einen toten Gegenstand, der ein Eigenleben hat, ein Leben, das gewissermaßen von einem selbst abhängig ist und das auf intime Weise, aber zugleich unergründlich mit dem eigenen Leben verbunden ist." (1) Nach André Malraux ist die Fotografie eine isolierte Wirklichkeit.(2) Wir vertrauen darauf, dass die Welt so ist, wie wir sie wahrnehmen. Die Erkennt- nis, dass sich im Bereich dessen, was man sehen kann, etwas Unsichtbares erfahren lässt, führt zur Irritation. Das Realitätsprinzip resultiert aus der Beschäftigung mit dem Wesen des Unheimlichen im Kontext ästhetischer Wahrnehmung. Sigmund Freud ordnet das Unheimliche nicht dem Bereich der Psy- chologie zu, sondern den Gesetzmäßigkeiten des Ästhetischen. Er charakteri- siert die Ästhetik als die Lehre von den Qualitäten unseres Fühlens.(3) Oft erweist sich etwas als unheimlich, wenn die Grenze zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen Wirklichkeit und Phantasie verwischt. Darüber hinaus erfordert die Thematik eine Formsprache, die es ermöglicht, eine Gleichzeitigkeit von Anwesenheit und Abwesenheit, dem Innen und Außen, in einem einzigen Bild festzuhalten. Fotografie muss demnach in der Lage sein, eine isolierte Wirklichkeit zu schaffen, die fernab der Handlung im Betrachter eine Welt eröffnet, die nicht abbildbar ist. Bilder können auf den Betrachter unheimlich wirken, nicht allein dadurch, "was" sie abbilden sondern "wie" sie es zeigen. Daraus resultiert die Überlegung wieviel nar- rativen Inhalt ein Bild benötigt. Was passiert, wenn man seinen Bildern ihre Geschichte verbietet? Meine Protagonisten sind keiner Handlung entsprungen. Die einzige Rolle, die sie spielen, ist die des fotografierten Augenblicks. Sie sind Imaginationen, nichts ist für sie von Belang. Sie besitzen weder eine Vergangenheit, noch eine Zukunft, sind Schauspieler ohne Bühne. Alles kann wichtig erscheinen und zugleich bedeutungslos sein. (1) Mike Kelley, Mit toten Dingen spielen, in: M. Kelley, The Uncanny, Köln, 2004, S. A-16; (2) Georg Seeßlen, David Lynch und seine Filme, Marburg, 2003, S.114; (3) Alexander Mischerlich, Sigmund Freud: Das Unheimliche, in: Psychogische Schriften, Studienausgabe Bd. IV, Frankfurt am Main, 1982, S.243





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